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Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ soll Initiative ergreifen und mitfinanzieren

Deichweg-Ausbau: FDP drängt zum Handeln

Fußgänger und Fahrradfahrer auf dem Dümmerdeich – das ist seit Jahren keine ganz harmonische Beziehung. Das Problem ist den verantwortlichen Behörden hinlänglich bekannt, die Diskussion über einen Ausbau des Deichkronenwegs zwischen Lembruch und Hüde wird seit vielen Jahren geführt, doch umgesetzt ist bislang nichts. Die FDP-Fraktion im Rat der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ möchte nun Bewegung in die Sache bringen.

In einem Antrag fordert sie, dass die Samtgemeinde die Initiative ergreift, eine Kostenschätzung für den Ausbau der Deichkrone inklusive eines parallel verlaufenden Radwegs vornimmt und eine Beteiligung in Höhe von 30 Prozent der Gesamtkosten nach Abzug einer möglichen Förderung zusagt. Denn die Fraktion geht davon aus, dass vom Land Niedersachsen als Eigentümer und dem Landkreis Diepholz kurzfristig keine Initiative zu erwarten ist. Der Samtgemeindeausschuss werde in seiner nächsten Sitzung über das weitere Vorgehen beraten, teilte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe auf Nachfrage mit.

Besonders deutlich trat das problematische Miteinander von Fußgängern und Radfahrern in diesem Sommer zutage. Wiederholt gingen bei der Verwaltung Beschwerden über zu schnell und zu dicht an Fußgängern vorbeifahrende Radfahrer ein. Insbesondere an den Wochenenden befanden sich so viele Menschen auf dem Deich, dass er in einigen Bereichen für Radfahrer gesperrt wurde.

Zwar war der Andrang in diesem Jahr coronabedingt außergewöhnlich groß, doch die FDP-Fraktion geht davon aus, dass der (Fahrrad-)Tourismus am Dümmer nicht zuletzt durch den Marissa-Ferienpark in den kommenden Jahren einen weiteren Aufschwung erleben wird. Allein in den vergangenen drei Monaten habe der Ferienpark mehr als 47.000 Übernachtungen verzeichnet. Zudem sei die Dümmer-Region coronabedingt mehr als je zuvor als nationale Urlaubsregion erkannt worden. Alle verfügbaren Ferienunterkünfte seien ausgebucht gewesen.

„Die absolut veraltete Infrastruktur wird diesem Gästevolumen bei weitem nicht gerecht“, argumentiert die FDP. „Mit der mehrheitlichen Entscheidung, den Tourismus am Dümmer weiterzuentwickeln und den Marissa-Ferienpark bei seinen Plänen in vollem Umfange zu unterstützen, war jedem klar, dass die entsprechende Infrastruktur zeitnah geschaffen werden muss“, heißt es in ihrem Antrag.

Ein weiteres Argument der Liberalen neben dem Tourismus ist die Verkehrssicherungspflicht. Der etwa zwei Meter breite Deichkronenweg sei in den 50er- oder 60er-Jahren relativ kostengünstig mit Beton hergestellt worden. Bis auf kleinere Ausbesserungen habe es keine Veränderungen gegeben.

Das Land Niedersachsen als Eigentümer des Deichs habe bereits Mitte der 90er-Jahre dem Bau eines parallelen Radwegs zugestimmt, schreibt die FDP in ihrem Antrag. Seither seien das Land und der örtlich zuständige Landkreis Diepholz mit dem Hunte-Wasserverband und dem Naturpark Dümmer über die Kostenträgerschaft uneins. Die Liberalen weisen darauf hin, dass der Landkreis vom Land unter anderem zur Unterhaltung des Deiches einen jährlichen Betrag erhält. Und beklagen, dass er Hinweise der Samtgemeinde auf die Notwendigkeit eines Ausbaus immer mit der Begründung abgelehnt habe, dass der Zustand für Unterhaltungsmaßnahmen ausreiche und das touristische Interesse allein bei der Samtgemeinde liege.

Melanie Russ / kreiszeitung.de 18.09.2020

 

Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ startet Planung für Bürgerradweg

Die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ hat die Planung eines Bürgerradwegs an der Landesstraße 345 gestartet. Außerdem holt sie Angebote für die Planung eines Radwegs auf oder am Dümmer-Deich ein. Ob beide Vorhaben umsetzbar sind, ist noch offen.

Lemförde – Sie zögerte lange, doch jetzt möchte sich auch die Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ am Bau eines Bürgerradweges entlang der Burlager Straße beteiligen. Der Samtgemeindeausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Planungen aufzunehmen, wie Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe berichtet.

Da das Planfeststellungsverfahren im Rehdener Bereich bereits läuft, werden die Lemförder ein eigenes anstreben. Laut Scheibe können sie aber dennoch auf die Unterstützung des Vereins „Unser Bruch“ zählen. Der hatte wiederholt auf eine Beteiligung der Samtgemeinde gedrängt, weil etwa 600 Meter der Landesstraße in Richtung Dümmer auf ihrem Gebiet verlaufen. Die Samtgemeinde wird außerdem prüfen, ob auch ein Radweg entlang der sich anschließenden Kreisstraße machbar ist, für den es allerdings keine Fördermittel vom Land geben würde.

Bevor der Bau eines Bürgerradwegs beginnen kann, sind allerdings einige Hürden zu überspringen. Zunächst müssen die Anlieger der Landesstraße bereit sein, die für den Radweg Flächen zur Verfügung zu stellen. Außerdem muss die Samtgemeinde eine Vereinbarung über den Bau mit dem Straßenbauamt in Nienburg unterzeichnen. Und letztlich muss das Land einen Förderbescheid ausstellen, was einen gefüllten Fördertopf voraussetzt. Die Landesregierung hatte angekündigt, jährlich eine Million Euro für Bürgerradwege bereitzustellen.

Der Verein „Unser Bruch“ werde in die Planung und beim Grunderwerb eingebunden, erläuterte Scheibe. Das Engagement eines Vereins ist zwingend erforderlich, um vom Programm „Bürgerradwege“ profitieren zu können, in dessen Rahmen das Land die Baukosten trägt, wenn die Akteure vor Ort Planung und Grunderwerb übernehmen.

Samtgemeinde holt Angebote für Planung eines Radwegs auf dem Dümmerdeich ein

In Sachen Fahrradweg auf dem Dümmerdeich zwischen Lembruch und Hüde geht es laut Scheibe ebenfalls voran. Der Samtgemeindeausschuss habe die Verwaltung beauftragt, Angebote für die Planung einzuholen, auf deren Grundlage der Rat über die Bereitstellung von Mitteln im Haushalt 2021 entscheiden wird. Stimmt der Rat zu, würden eine Kostenermittlung für den Bau und Gespräche mit dem Land als Eigentümer des Deichs über Finanzierung und Umsetzung erfolgen.

Laut Scheibe stehen für die 1,5 Kilometer lange Strecke zwei Varianten zur Diskussion: ein breiterer Weg auf dem Deich oder ein landseitiger Radweg neben dem Deich. Eine grundsätzliche technische Machbarkeit wurde der Samtgemeinde nach einem Ortstermin mit den zuständigen Behörden laut Scheibe zwar bestätigt. Allerdings sei eine Umsetzung schwierig, da auf dem Deich nicht mit schwerem Gerät gearbeitet werden könne.

Melanie Russ / kreiszeitung.de 05.12.2020

 

Marissa-Ferienpark beschert Lembruch Geldsegen
von 1,2 Millionen Euro

35,6 Millionen Euro Gesamtleistung

Eine erfreuliche Nachricht flatterte der Gemeinde Lembruch ins Haus. Die Wald und Welle GmbH als Projektgesellschaft des Marissa-Ferienparks wird ihr nach eigenen Angaben 1,2 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsjahr 2019 überweisen.

Die Gesamtleistung beziffert das Unternehmen mit 35,6 Millionen Euro, das Ergebnis vor Steuern mit neun Millionen Euro. Die gesamte Steuerlast beläuft sich laut Mitteilung des Unternehmens auf 2,6 Millionen Euro.

Damit hat sich der Ferienpark zu einem der größten Steuerzahler in der Samtgemeinde „Altes Amt Lemförde“ gemausert. Für alle Mitgliedsgemeinden rechnet die Verwaltung aktuell mit Gewerbesteuereinnahmen von insgesamt 5,3 Millionen Euro. „Die positive Entwicklung des Feriensparks freut uns natürlich“, sagte Samtgemeindebürgermeister Rüdiger Scheibe auf Nachfrage. „Er ist eine Bereicherung.“ Scheibe ist überzeugt, dass viele in der Region von der positiven Entwicklung des Parks profitieren können.

Marissa-Ferienpark: Viele Lembrucher anfangs skeptisch

Während der Samtgemeindebürgermeister von Beginn an zu den Befürwortern gehörte, waren viele Lembrucher skeptisch, ob das Ferienpark-Konzept mit seinen dreistöckigen Appartementhäusern an den Dümmer passt. Ganz verschwunden sind die kritischen Stimmen nicht, aber sie sind seit dem Baubeginn im Juli 2018 weniger geworden.

Von Anfang an sei es sehr wichtig gewesen, möglichst viele lokale Handwerksunternehmen in die Bauausführung zu involvieren und eine große lokale Beteiligung zu erreichen, heißt es in einer Mitteilung von Wald und Welle. Der Abschluss der Bauarbeiten ist für Ende 2021 geplant. Dann werden insgesamt 476 Ferienhäuser und Appartements sowie verschiedene Restaurants und Aktivitäten zur Verfügung stehen, die sowohl von Parkgästen als auch der Öffentlichkeit genutzt werden können. Laut Wald und Welle sind Stand Ende September alle bis auf 30 Einheiten verkauft oder reserviert. Das Unternehmen spricht von einer überwältigenden Nachfrage.

Marissa-Ferienpark: Geschäftsführer finden positives Interesse aus der Region toll

Die beiden Wald-und-Welle-Geschäftsführer Erik Winther und Ulrik Lundsfryd finden es „wirklich toll, das große und positive Interesse, das wir aus der Region sowie von hunderten Investoren, die bereits eine Immobilie im Marissa-Ferienpark gekauft haben, zu sehen“. Aktuell beschäftigt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehr als 50 Mitarbeiter. Im Vollbetrieb sollen es laut Winther etwa 250 sein. Marissa-Ferienpark: Positive Entwicklung auch für 2020 erwartet

Für das Wirtschaftsjahr 2020 erwartet das Unternehmen ebenfalls eine positive Entwicklung bei Gesamtleistung und Ergebnis. Wald und Welle ist nach eigenen Angaben entschlossen, die Investitionen in den Marissa-Ferienpark fortzusetzen und „wir hoffen sehr, dass die Behörden auch ihren Beitrag leisten werden, um den Tourismus im Naturpark Dümmer zur Stärke der ,guten alten Tage‘ zurückzuführen“.

In der Diskussion ist momentan unter anderem eine bessere Infrastruktur für den Fahrradtourismus – sowohl im Umland als auch auf dem Deich. Zuletzt hatte die FDP-Fraktion im Samtgemeinderat beantragt, mit eigenen Mitteln einen Ausbau des im Eigentum des Landes befindlichen Deichkronenwegs zu kofinanzieren.

Melanie Russ / kreiszeitung.de 09.10.2020

 

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